6 Dinge, die uns TierärztInnen wichtig sind

Aktualisiert: vor 5 Tagen


In mittlerweile 30 Praxisjahren haben sich einige Themen angesammelt, von denen wir wirklich gerne hätten, dass Tierbesitzer darüber informiert wären.


  1. Verwenden Sie keine Medikamente ohne Rücksprache!

Menschenmedikamente sind manchmal nicht nur ungeeignet, sondern unter Umständen gefährlich und können das Krankheitsbild sogar deutlich verschlechtern. Und was für Hunde geeignet ist, ist es noch lange nicht für Katzen. Die haben nämlich einen unterschiedlichen Leberstoffwechsel und können viele Medikamente nicht verarbeiten.

Fragen Sie einfach nach! Wahrscheinlich wird ein Besuch in der Ordination angeraten, da Ferndiagnosen nicht möglich sind, aber zumindest können wir Auskunft geben, ob das eine oder andere Medikament überhaupt verwendet werden darf.



2. Sagen Sie Ihrem Tierarzt, wenn Ihr Vierbeiner schwierig oder bissig ist


Wir Tierärzte haben Erfahrung mit bissigen Tieren. Das ist nicht angenehm, aber es gehört nun mal zu unserem Job. Wir wissen, Beißen ist die Art, in der Hunde und Katzen uns zeigen, dass sie Angst haben und nicht gut heißen, was wir gerade mit ihnen vorhaben. Das nehmen wir ihnen nicht übel, aber wir müssen uns schützen! Was wir aber übel nehmen, ist, wenn uns Besitzer nicht sagen, dass ihr Hund schon öfter Tierärzte gebissen hat oder die Katze jedes Mal bei der Blutabnahme komplett ausrastet. Unser Job ist schon gefährlich genug, wenn wir Bescheid wissen. Aber ohne die entsprechende Information können wir keine Sicherheitsvorkehrungen treffen und es kann richtig unangenehm werden. Also: wenn Ihr Tier ein bisschen schwierig ist, dann sagen Sie einfach Ihrem Tierarzt Bescheid! Niemand wird Ihnen deswegen Vorwürfe machen.

Seien Sie bitte nicht ungehalten, wenn wir Ihrem Hund einen Maulkorb aufsetzen oder Ihre Katze ein wenig fester angreifen. Es sind letztlich nicht nur unsere Finger und Hände gefährdet, wir sind auch für Ihre Sicherheit verantwortlich.




3. Krankheit und Alter unterscheiden


Nicht bei jeder Katze, die nicht mehr auf den Küchentisch springt, ist das Alter dafür verantwortlich. Nicht bei jedem Hund, der schneckenartig hinterher trottet, ist das Alter schuld. Oft sind es Erkrankungen, die zwar erst in fortgeschrittenen Jahren auftreten, die aber nicht als "natürlicher Prozess" hingenommen werden müssen, sondern im Gegenteil sehr erfolgreich behandelt werden können. Unsere Lieblinge müssen nicht unter Arthrosen, hormonelle Entgleisungen, Herzerkrankungen leiden, es gibt Medikamente, die eine deutlich bessere Lebensqualität gewährleisten!

Bitte, verpassen Sie nicht die Chance, Ihrem Tier zu helfen, nur weil sie glauben, dass "das halt leider das Alter" ist.






4. Tiere auf den Tierarztbesuch vorbereiten hilft ungemein!


Wenn die Katze zu Hause freiwillig in den Katzenkorb steigt und nicht unter schwerer Verletzungsgefahr bei allen Beteiligten in die Transportbox gestopft werden muss, dann haben Sie alles richtig gemacht! Und wenn der Hund sich ohne großes Drama Zähne, Augen und Ohren untersuchen lässt, dann war die Erziehung mehr als erfolgreich! Uns Tierärzten wird das Leben deutlich erleichtert und der Stresspegel bei den Tieren ist erheblich niedriger.

Wenn der Katzenkorb nur zum Transport zum Tierarzt benützt wird, und das nachdem die Katze eine halbe Stunde in einem schaukelnden Vehikel ohne Aussicht und mit völlig neuen Gerüchen herumgekarrt wurde, dann ist es kein Wunder, dass manch ein Termin abgesagt oder verschoben werden muss, weil die Katze sich einfach nicht im Korb verstauen ließ.

Katzen gewöhnt man am besten von Klein auf an die offenstehende (!) Transportbox als zusätzlichen Schlafplatz - weich ausgekleidet und jederzeit begehbar an einem immer zugänglichen Ort.

Beim Hund versucht man zu Hause schon in aller Ruhe und mit positiver Verstärkung (=Belohnung bei erwünschtem Verhalten) die Manipulation im Gesicht und an den Ohren zu üben. In kleinen Schritten und mit viel Geduld! Wir Tierärzte werden es Ihnen danken!


5. Zwei mal täglich


Zwei mal täglich bedeutet in der früh und am Abend, vorzugsweise mit 12 Stunden Abstand. Medikamente haben eine bestimmte Wirkdauer, die kann von 6 bis 48 Stunden oder länger variieren. Zwei mal täglich heißt, die Wirkdauer beträgt ca 12 Stunden. In dieser Zeitspanne kann das Medikament in ausreichender Menge am Zielort wirken. Es ist also nicht sinnvoll, um 7.00 Uhr früh und 14.00 Uhr mittags die Tabletten zu verabreichen, nein es sollte wirklich 7.00 Uhr und 19.00 Uhr sein!


6. Chippen allein reicht nicht, bitte auch registrieren!


Seit 2008 müssen alle Hunde in Österreich gechippt sein, bei Katzen basiert das Chippen auf freiwilliger Basis. Chippen allein reicht allerdings nicht, genauso wichtig ist die Registrierung des Tieres mit dazugehörenden Kontaktdaten! Nur so ist es uns Tierärzten möglich, den entlaufenen Hund oder die strawanzende Katze wieder nach Hause zu vermitteln.

Das Registrieren kann online selber durchgeführt werden, oder der Tierarzt hilft.

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